Vegan in Kuba – nicht ganz easy, aber machbar

Vegan in Kuba Tierschutz reisen

Wer schon einmal in Lateinamerika war, wird sicher wissen, was jetzt kommt: Vegan in Kuba ist nicht ganz einfach. Es ist aber einfacher als gedacht – dank Casas Particulares.

Unter Casas Particulares versteht man Unterkünfte bei Einheimischen. Meistens handelt es sich um einfache Zimmer mit einem Bad und zum Beispiel noch einem Kühlschrank. Das Besondere ist, dass es in den meisten Fällen Zimmer direkt im Haus einer kubanischen Familie sind. Und was alle Casas Particulares gemeinsam haben ist das Frühstück. Dieses wird von den Gastgebern zubereitet, wenn man das möchte. Ich habe mich sehr gefreut, dass die Familie einer meiner Unterkünfte mich zum Frühstück immer auf ihre Terrasse eingeladen hat. Schön fand ich es deshalb, weil man in engen Kontakt zu den Leuten tritt, mit ihnen ins Gespräch kommt und deren Lebensweise und Alltag kennenlernt. Für mich sind diese Erfahrungen stets wichtiger, als alle Sehenswürdigkeiten eines Landes abzuhaken.

Meistens haben die Gastgeber eine mehr oder weniger große Bandbreite an Dingen zum Frühstück parat. Ich war nur in drei Unterkünften, aber jedes Mal gab es Kaffee, Brot, Butter, Marmelade, Gemüse, Käse, Schinken, und das Beste: sehr viel frisches Obst und frisch gepressten Saft aus exotischen Früchten wie Mango, Papaya oder Ananas.

Natürlich habe ich die nicht veganen Dinge wie Butter, Käse und Schinken weggelassen. So gab es für mich also Brot, Gemüse wie Tomaten und Gurken sowie Früchte und Saft. Dem ein oder anderen mag ein Brötchen nur mit Gemüse belegt langweilig vorkommen. Mir geht’s im Ausland oft so, dass meine Geschmacksnerven anders funktionieren. Vielleicht weil es in den meisten Ländern nicht so viel Auswahl gibt wie bei uns. Mein Gaumen ist genügsamer auf Reisen. Und so hab ich mein etwas spärliches Frühstück bei meiner Gastfamilie trotzdem immer sehr genossen. 

Exotische Früchte und kubanischer Kaffee

Wo man allerdings keine Abstriche machen muss, ist der Saft. Ich sag’s dir: Der war immer himmlisch. Die Kubaner bereiten ihn sehr dickflüssig zu und servieren ihn eiskalt. Exotische Früchte schmecken in den Ländern, aus denen sie kommen, natürlich viel besser als bei uns, und so waren die Säfte immer ein Highlight. Und es gab nie an zwei Tagen hintereinander den gleichen. 

Auch vom Kaffee war ich begeistert. Da Pflanzenmilch nicht verbreitet ist, habe ich ihn schwarz getrunken. Eigentlich trinke ich Kaffee nicht gerne ohne Milch, aber dort hat mir das nichts ausgemacht. 

Vielleicht hast du bei Instagram schon mitbekommen, dass ich in Kuba einen angefahrenen Straßenhund gefunden und wieder aufgepäppelt habe. Der Tierarzt, der ihn versorgte, quartierte mich zusammen mit meinem Schützling, den ich Anton nannte, in seinem Nachbarhaus ein. Dort blieb ich über eine Woche, wodurch sich eine schöne Freundschaft entwickelte. Ab diesem Zeitpunkt war ich abends meistens bei ihm und seiner Familie zum Essen. Ich erwähnte nur einmal nebenbei, dass ich vegan lebe, und so gab es jedes Mal die leckerste vegane Hausmannskost. Yucca, Malanga, Süßkartoffel – ich liebe diese typischen mittelamerikanischen Wurzelgemüsesorten.  

Vegane Restaurants in Kuba 

Wer viel in Restaurants und Cafés unterwegs ist, hat es da ein bisschen schwerer. Ich kann nur von Havanna und Viñales erzählen, da ich wegen Anton, meinem Straßenhund, meine Weiterreise zuerst verschob und die Coronakrise meine Reise dann ganz beendete. In Havanna ist es nicht ganz leicht, vegan zu leben. Es gibt ein paar gehobenere Restaurants mit Gerichten auf der Speisekarte, die man leicht veganisieren kann, indem man zum Beispiel den Käse weglässt. Reis mit Bohnen gibt es auch oft – das Notfallessen, das man überall in Lateinamerika findet. Aber es hat mich persönlich etwas frustriert, oft sehr lange suchen zu müssen.

Anders sieht es in Viñales aus, das meine zweite und die längere Station war. Das kleine Städtchen ist wegen der schönen Landschaft drumherum vergleichsweise touristisch, somit sind auch die Restaurants in Viñales auf Reisende aus aller Welt eingestellt. Hier gibt es sogar rein vegane Restaurants. Viele haben neben Fleischgerichten eine große vegane Auswahl. Wer in Kuba vegan leben möchte, ist in Viñales also am besten aufgehoben. 

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Einkaufen in Kuba

In Bezug auf Snacks empfand ich Kuba wiederum schwierig. Die Einkaufssituation ist unvorstellbar für uns, die wir zu jeder Zeit alles kaufen können. In Kuba gibt es generell sehr wenig Auswahl. Manchmal stehen in den Läden nur gefühlt zehn verschiedene Produkte zur Verfügung. Die einfachsten Dinge wie Wasser sind nicht immer selbstverständlich da. Darum findest du natürlich auch nur wenige vegane Snacks. Hin und wieder wird man nicht reingelassen, ohne dass man erfährt warum. Und es passiert sogar, dass manche Dinge zwar in den Regalen liegen, man sie aber nicht kaufen darf. An einem Tag durfte die Verkäuferin mir kein Shampoo verkaufen, am anderen Kekse. Ich war mit der Packung Kekse, die ich am Vortag das erste Mal gekauft hatte, schon an der Kasse, als die Verkäuferin sagte, die dürfe sie heute nicht rausgeben. Warum? Konnte sie nicht sagen.

Vegan in Kuba ist also möglich, aber je nach Stadt und Reisevorstellungen einfacher oder schwieriger. Mein Tipp lautet deshalb: Wenn du genügsam bist und dich damit zufriedengibst, dass nicht jeden Tag alle deine kulinarischen Wünsche erfüllt werden, kommst du wunderbar zurecht. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Ich wünsche dir eine schöne, interessante Reise durch dieses außergewöhnliche Land.

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